Pollacks bevorzugen strukturreiche Bereiche. Steile Felskanten, Unterwasserabbrüche und strömungsreiche Zonen sind ihre klassischen Jagdreviere. Anders als Köhler halten sie sich meist näher an festen Strukturen auf und nutzen diese gezielt als Deckung. Sie stehen oft etwas seitlich der Hauptströmung und warten auf vorbeiziehende Beute.
Im Rovdefjord findet man Pollacks häufig in Tiefen zwischen 20 und 80 Metern, wobei sie je nach Jahreszeit und Nahrungsangebot auch deutlich tiefer stehen können. Sie sind keine typischen Schwarmfische, sondern eher einzeln oder in kleinen Gruppen unterwegs. Genau das macht sie so interessant – und gleichzeitig anspruchsvoll. Wer planlos driftet, wird sie oft nicht finden.
Das gezielte Angeln auf Pollack erfordert eine saubere Köderführung. Gummifische und schlanke Pilker haben sich bewährt, sollten aber kontrolliert und natürlich präsentiert werden. Zu hektische Bewegungen wirken oft abschreckend. Viele Bisse kommen nach kurzen Pausen oder beim langsamen Absinken des Köders. Gerade größere Pollacks reagieren sehr gezielt und attackieren mit voller Überzeugung.
Im Drill zeigt der Pollack seine ganze Kraft. Er flüchtet explosiv und sucht sofort die Nähe zu Strukturen, was sauberes Arbeiten mit Bremse und Rute erfordert. Wer hier unkonzentriert ist, verliert schnell den Fisch. Wer jedoch ruhig bleibt und Druck dosiert einsetzt, erlebt einen der spannendsten Drills, die das Fjordangeln zu bieten hat.
In der Küche überzeugt der Pollack mit festem, aromatischem Fleisch, das sich hervorragend für Pfanne, Grill oder Filetgerichte eignet. Für viele Angler ist er genau deshalb ein Fisch, der nicht nur als Beifang geschätzt wird, sondern bewusst gesucht wird – und im Rovdefjord mit der richtigen Herangehensweise sehr gut erreichbar ist.

