Köhler sind ausgeprägte Schwarmfische und halten sich bevorzugt im Mittelwasser auf. Sie folgen den Beutefischen und ziehen dabei durch den Fjord, oft entlang von Kanten, über tiefere Becken oder an Übergängen zwischen Fjord und offenem Küstenbereich. Im Rovdefjord lassen sich diese Schwärme häufig sehr gut auf dem Echolot erkennen. Wer sie findet, weiß meist sofort, dass es gleich hektisch wird.
Im Gegensatz zu Dorsch oder Leng ist der Köhler ein ausgesprochen aktiver Jäger. Er reagiert stark auf Geschwindigkeit, Druckwellen und Bewegung. Genau deshalb funktioniert aktives Angeln hier besonders gut. Pilker und Gummifische, die zügig geführt werden, lösen oft aggressive Bisse aus. Gerade beim schnellen Hochkurbeln oder bei langen, kraftvollen Zügen kommt es zu Einschlägen, die keine Zweifel offenlassen.
Die Standtiefe der Köhler variiert stark im Jahresverlauf. Im Sommer stehen sie häufig relativ hoch im Wasser und können teilweise schon wenige Meter unter der Oberfläche gefangen werden. In den kälteren Monaten ziehen sie tiefer, bleiben aber weiterhin im Mittelwasser und selten direkt am Grund. Wer erfolgreich sein will, sollte deshalb bereit sein, die Tiefe regelmäßig zu verändern und aktiv zu suchen.
Der Drill eines großen Köhlers ist intensiv und ausdauernd. Lange Fluchten, schnelle Richtungswechsel und konstante Kraft machen ihn zu einem der sportlichsten Fische im Fjord. Eine sauber eingestellte Bremse ist hier Pflicht, denn Köhler verzeihen keine Fehler. Kulinarisch wird er oft unterschätzt. Sein etwas dunkleres, festes Fleisch eignet sich hervorragend zum Braten, Räuchern oder für kräftige Fischgerichte. Frisch zubereitet ist Köhler ein ehrlicher, schmackhafter Speisefisch, der deutlich mehr kann als sein Ruf vermuten lässt.

